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Interview mit Claudius Metze zu #WirvsVirus Hackathon

Claudius Metze ist Chief Product Expert bei SAP Health

Sie waren am Wochenende beim #WirVsVirusHack der Bundesregierung dabei – welches Gefühl nehmen Sie mit in die Woche?

Ein sehr positives! Es ist äußerst ermutigend zu sehen, wie in kürzester Zeit aus allen Bereichen Menschen aktiviert werden können, gemeinsam an der Überwindung der Corona-Krise zu arbeiten. Die Solidarität, die wir in der jüngeren Vergangenheit an manchen Stellen in unserer Gesellschaft vermisst haben, hier war sie erlebbar!  

Was war Ihre Aufgabe bei dem Event – und wie konnten Sie sie virtuell ausfüllen?

Ich habe mich als “Mentor“ angemeldet. Ich bin Medizininformatiker und habe mich praktisch mein gesamtes Berufsleben mit Krankenhausinformationssystemen beschäftigt und in mehr als 25 Jahren auch ein globales persönliches Netzwerk aufgebaut – da dachte ich, mit diesem Profil könnte ich mich einbringen! 

Zur virtuellen Zusammenarbeit: Da ich es beruflich täglich gewohnt bin, mit unseren weltweit verteilten Teams zu arbeiten, war ich virtuelles Arbeiten gewohnt. Aufgrund der unerwartet hohen Anzahl von Teilnehmern war es natürlich teilweise etwas chaotisch, aber die schnelle Reaktion und unkomplizierte Kontaktaufnahme mit zuvor unbekannten Menschen hat mir gut gefallen.

Während des Events habe ich mich im Übrigen gar nicht so oft direkt eingebracht, aber jetzt im Nachgang versuche ich gerade im Themencluster „Krankenhäuser“ mitzuhelfen, die besten Ideen weiter nach vorne zu bringen.

In welche Kategorien können die Ideen eingeordnet werden?

Die Ideen spannen einen weiten Bogen rund um die gesamte Gesellschaft: von den unmittelbaren, kurzfristigen Herausforderungen, bei denen es um Leben und Tod von Mitmenschen geht, bis hin zu mittel- und langfristigen Auswirkungen oder zielgruppenspezifischen Ideen. Wer sich ein genaueres Bild machen will, dem empfehle ich einen Blick in die Challenges, die zu Beginn des Hackathons gesammelt und dann bearbeitet wurden. Und natürlich die 2-minütigen „Pitch Videos“ die zumeist unter #wirvsvirus auf YouTube zu finden sind.

Alle vereint aber das gemeinsame Ziel, zusammen etwas Konkretes gegen Covid-19 bewegen zu können, im „Kleinen“ wie im „Großen“.

In welchen Bereichen können digitale Lösungen das größte Potenzial entfalten, etwas zur Linderung der Situation beizutragen?

Aus meiner Perspektive liegt das größte Potenzial einerseits Informationen aus verschiedensten Bereichen in Echtzeit aggregieren zu können, um dann daraus schnell die notwendigen Erkenntnisse ziehen zu können, um wirksame Maßnahmen kurzfristig einleiten zu können. Darüber hinaus gibt es unzählige Prozesse, die wir digital beschleunigen oder automatisieren können, um Ressourcen zu schonen oder gerecht zu verteilen. Schließlich können wir durch digitale Lösungen uns alle besser vernetzen und austauschen, auch um die sozialen Auswirkungen zu lindern. Wichtig finde ich, zu versuchen, die wahren Bedürfnisse zu erkennen und gemeinsam festzustellen, wo der Nutzen der angedachten Lösungen am größten ist – keine leichte Aufgabe!