Interviews

Hier wird Unglaubliches geleistet

Derzeit beschäftigt sich die Öffentlichkeit monothematisch mit dem Thema Corona. Wie es ist, in dieser Zeit mit einer Krebserkrankung im Krankenhaus zu sein, hat uns eine Patientin des Vivantes Klinikums Am Urban erzählt.

Welche zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen galt es in Anbetracht Ihrer Erkrankung und der damit verbundenen Operation zu beachten?
Ich lebe noch zurückgezogener als ohnehin schon, musste noch mehr darauf achten, keine Infekte zu bekommen (auch unabhängig von Corona), um die OP nicht unnötig heraus zu zögern. Krebspatienten gelten ohnehin als Risikopatienten. Vor der stationären Aufnahme war es wichtig, zu Hause zu bleiben und soziale Kontakte weitgehend zu vermeiden, während meines stationären Aufenthaltes muss ich auf Besuch verzichten und danach werde ich es erst einmal beibehalten müssen.

Wie fühlt es sich an, in einer solchen, ohnehin schwierigen Situation, während Corona-Krise im KH zu liegen?
Ich persönlich fühle mich im Krankenhaus geschützter durch die intensive Betreuung des gesamten medizinischen Personals. Zu schaffen macht mir das Alleinsein.

Fühlen Sie sich dennoch gut aufgehoben?
Definitiv. Das gesamte Personal vermittelt mir ein Gefühl von Sicherheit durch die Einhaltung jeglicher Sicherheitsvorkehrungen. Ich habe zu keinem Zeitpunkt, eine Einschränkung meiner medizinischen Behandlung und Betreuung bemerkt.

Die Krankenhäuser sind diversen Umstrukturierungen ausgesetzt, um sich auf die derzeitige Corona-Krise vorzubereiten. Wie erleben Sie den Alltag der Pflegekräfte unter diesen neuen Strukturen?
Es ist unglaublich, wie viel Kraft sie Tag für Tag für uns Patient*innen aufbringen. Sie sind viel mehr gefordert, Patient*innen ein Gefühl von Sicherheit zu vermitteln und auf deren Seite, Ängste zu reduzieren. Zudem glaube ich, dass durch Sicherheitsmaßnahmen, wie Schutzmasken während des gesamten Dienstes tragen und viel intensivere hygienische Maßnahmen einhalten, eine erhöhte körperliche Belastung und Erschöpfungsgefahr da ist. Darüber hinaus müssen sie sich auch im privaten Umfeld viel mehr einschränken, bei gleichzeitiger Herausforderung, ihre eigenen Familien nicht zu vernachlässigen, so dass hier ebenfalls eine erhöhte psychische Belastung besteht.