Digitale Tools

Die Corona-Warn-App bekommt Updates

Gestern hat das Robert-Koch-Institut (RKI) die neuen Funktionen der Corona-Warn-App (CWA) vorgestellt, spätestens ab morgen werden sie per Update im AppStore für alle verfügbar sein. Vor allem gibt es nun auch die seit Monaten geforderte Funktion des Restaurant-Check-ins.

Lars Roemheld, Director AI&Data, hat bei der Konzeption der App beraten und hier einmal den aktuellen Stand zusammengefasst und gibt einen Ausblick auf das, worüber diskutiert wird und, was er sich in diesem Zusammenhang wünscht.

Fakten & Neuigkeiten:

Die CWA ist wesentlich besser als ihr Ruf. Eine von fünf COVID19-Neuinfektionen löst inzwischen eine Warnung per App aus, Tendenz weiter steigend. Sehr viele haben inzwischen erlebt, dass private Zusammenkünfte durch eine „rote App“ verschoben wurden – es ist plausibel, dass so auch tatsächlich weitere Ansteckungen vermieden werden. Aus Großbritannien gibt es derweil erste Evidenz, dass Tracing Apps das Infektionsgeschehen messbar verlangsamen.

Neue Erinnerungsfunktionen sorgen seit einigen Wochen dafür, dass immer mehr Leute auch tatsächlich warnen und gewarnt werden. Einen ordentlichen Schub wird diese Funktion auch mit der kommenden Einbindung der Schnelltests bekommen. Hoffentlich bringen die QR-Checkins nochmal einen Bewusstseins- und Download-Schub. Auch ist eine Datenspende zur wissenschaftlichen Evaluation inzwischen möglich.

Gute Ideen und Diskussionen

  • Die Einwilligung zur Warnung anderer sollte nach dem Installieren gegeben werden, nicht nachdem jemand gerade erfahren hat, dass er COVID19 hat – dann hat er andere Sorgen. Entgegen mancher Datenschützer vertrete ich die Auffassung, dass so mehr Freiwilligkeit erzeugt würde, nicht weniger.
  • Gerade zu Zeiten föderal-chaotischer Lockdowns wäre die App eine optimale Informationsquelle für ortsbezogene (PLZ), aktuelle Kontaktregeln und Infektionsdaten gewesen. Hier und bei der Unterstützung während der Selbstisolation könnte noch wesentlich mehr Nutzwert geschaffen werden.
  • In der Digital-Szene werden immer wieder einmal monetäre Anreize diskutiert: Wieso verlost man nicht unter allen Nutzern jede Woche 1000€? Klingt witzig, könnte tatsächlich einige zum Download bewegen und wäre vermutlich billiger als herkömmliche Marketing-Kampagnen. Politisch ist das freilich heikel – aber wir wollen ja auch mal „Gesundheit neu denken“.
  • Influencer Marketing könnte man wenigstens mal probieren, klappt anderswo offenbar ja auch ganz gut…

Wer es noch etwas ausführlicher mag, wird hier fündig.